Geschichte der Badekultur

Römische Badekultur

Spa und Wellness sind in unserem Alltag angekommen. Doch die alten Römer waren die Ersten, bei denen das erholsame Baden Teil des Alltags wurde. Denn Spa, wenn damals auch anders genannt, spielte eine besonders wichtige Rolle in der Kultur und Gesellschaft des antiken Roms. Die Badekultur war ein fester Bestandteil des Lebens und wurde von allen sozialen Schichten praktiziert. Das Baden war nicht nur eine Notwendigkeit, die es zu erledigen galt, sondern stand im Fokus der Kultur: Es wurde zu einer Kunstform erhoben. Es hatte eine kommunikative Komponente und diente der Geselligkeit. Öffentliche Bäder gab es sowohl in den Tempeln als auch an den kaiserlichen Höfen, den Foren. In Bädern wurden Freundschaftsbündnisse geschlossen, geschäftliche Verträge unterzeichnet und politische Allianzen gebildet. Um diesen Zwecken zu dienen, entstanden prachtvolle Bäder mit künstlicher Wärme- und Wasserversorgung oder an natürlichen Heißwasser-Quellen. Die Popularität römischer Badekultur hängt sicherlich auch mit dem Fortschritt zusammen, so hatten die Römer bereits Wasserleitungen, komplexe Mechanismen, wie die Fußbodenheizung oder das mechanische Heben und Absenken einer Plattform oder sogar eines Beckens. Alles zivilisatorische Errungenschaften, die mit dem Fall Roms untergingen.

In unserer Zeit sind das Baden und die körperliche Reinigung private Angelegenheiten, die größtenteils in den eigenen vier Wänden geschehen. Ganz anders war es im antiken Rom. Dort war das Baden eine soziale Tätigkeit. Die meisten Menschen konnten sich ein eigenes Bad nicht leisten und besuchten deswegen die öffentlichen Thermen und Gemeinschaftsbäder, die mit den heutigen Spas zu vergleiche sind. Ein eigenes Bad zu Hause konnten sich damals nur sehr reiche Bürger Roms leisten.

Die Bedeutung der Bäder für die Römer lässt sich an ihrer Vielzahl ablesen. Aus einem Dokument, das die Gebäude Roms verzeichnete, geht hervor, dass die Stadt ganze 952 Bäder hatte, und das im Jahr 354 nach Christus. Dabei konnte sich wohlhabende Schicht eigene beheizte Bäder leisten: Die Stadt- oder Landvillen verfügten über ein separates Gebäude oder mehrere beheizbare Räume, die dem Baden dienten. Da aber die Bäder so eine hohe soziale und kulturelle Bedeutung hatten, wurden öffentliche Gemeinschaftsbäder auch von den reichsten der Reichen genutzt. Und das während der gesamten Zeit des römischen Imperiums.

Große Badeanstalten gehörten dem Staat und erstreckten sich oft über mehrere Häuserblöcke der Stadt. Der größte Bau dieser Kategorie sind die Thermen des Kaisers Diocletian, die bis zu 3.000 Personen Platz boten. Es gab Warm-, Kalt,- und Schwimmwasserbecken. Letztere dienten nicht nur der Erholung, sondern auch dem Training, denn auch Schwimmsport zählte zu den olympischen Disziplinen. Die Eintrittsgebühren für diese prachtvollen Bäder waren jedoch nicht exorbitant hoch. Die meisten freien Bürger Roms konnten sich einen Besuch im Bad leisten. Es gab aber auch kleine Badehäuser, die sogenannten Balnea. Diese waren im Privatbesitz, konnten aber gegen eine Eintrittsgebühr von Außenstehenden genutzt werden.

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